Der Hermannslauf
Streckenbeschreibung und
Marschplan für 2:59 Std.
(Plan
für Zielzeiten von 2:30 bis 3:00 unter diesem Link )
(Tool
zum Berechnen individueller Zeiten unter
diesem Link )
Abschnitt 1: Umrundung des Denkmals (km 0-1)
Der Start erfolgt ca. 200 m vor
dem Hermannsdenkmal in einem Rondell in Startgruppen-Blocks.
In dieser Streckenbeschreibung mit Marschtabelle gehe ich davon aus, dass aus
der dritten und letzten Gruppe C gestartet wird, also 15 min nach der ersten
Gruppe. Jeweils nach Start der Gruppen A und B rückt Gruppe C auf Richtung Startlinie.
Wer unter 3 h Stunden laufen will, sollte sich nicht zu weit nach hinten
stellen; sinnvoll wäre im vorderen Viertel der Gruppe. So kommt mit etwa 1-2
Minuten Verzögerung über die Startmatte, wo per Championchip die persönliche
Netto-Zeitmessung gestartet wird. Auch wenn man hier relativ weit vorn mit
dabei ist: Bloß keine Hektik aufkommen lassen! Ähnlich wie beim Marathon ist es
sehr wichtig, sich am Anfang nicht zu übernehmen. Die ersten paar Meter geht es
leicht bergan auf das Denkmal zu, dann rechts in den Wald auf einen recht
flachen Waldweg, der im Linksbogen auf ca. 700 m um das Denkmal herumführt.
Hier sind durch Baumlücken nach rechts einige schöne Ausblicke über die Teuto-Landschaft zu erhaschen. Allerdings sollte man wegen
des dichten Feldes doch lieber aufpassen, anderen nicht in die Hacken zu
treten.
Abschnitt 2: Die steile Asphalt-Talfahrt (km 1 – 1,6)
An der Einfahrt zum
Denkmal-Parkplatz stößt man dann wieder auf die Autostraßen, hier biegt man
rechts in eine steil, mit bis zu 18% Gefälle, abwärts führende Straße ein. Nach
wenigen Metern steht das 1-km-Schild, das man bei 5:50 (alle Zeiten netto)
passieren sollte.
Auf der breiten Straße wird das
Gedränge etwas weniger, dafür nimmt das Gefälle immer mehr zu. Wieder: Keine Hektik
– lieber die Knochen schonen. Die Devise heißt: Ruhig rollen lassen, ohne
Druck, aber auch nicht zu stark bremsen.
Abschnitt 3: Die sanfte Abfahrt ins Heidental
(km 1,6 – 2,9)
Nach ca. 700 m auf der Straße und
bei etwa 9:00 geht es scharf rechts ab auf einen Waldweg, der relativ breit
ist, aber mit holprigen Steinen bestückt. Das Gefälle beträgt hier für die
nächsten 1,2 km ca. 5 bis 6%. Man kann es also ruhig weiter rollen lassen. KM 2
wird bei ca. 10:40 passiert. Links eröffnen sich Blicke auf den hohen
Bielstein-Berg mit Sendemast.
Abschnitt 4: Durchs Heidental (km 2,9 – 3,9)
Nach gut einem Kilometer endet
dieser Weg; man biegt hier im Heidental rechts auf
eine Asphaltstraße, überquert sofort wieder links den Heidenbach, um sofort
wieder rechts durch eine parkähnliche Landschaft weiterzulaufen. Man erreicht
hier sowohl das Schild 3 KM (15:30) als auch den tatsächlichen Hermannsweg (dem man jedoch nur etwa 1 km folgt, um ihn
dann erst später ab km 13,5 dauerhaft bis zum Ziel zu folgen). Die Straße
verläuft flach und führt vorbei an einer alten Eiche und wenigen Gebäuden; wenn
man hier rechts etwas zurück über die Schulter nach oben schaut, kann man das
Denkmal noch mal in einem schönen Anblick über die Bäume lugen sehen. Hier
stehen meist schon zahlreiche Zuschauer, die ermutigend klatschen und anfeuern.
Nach einigen hundert Metern verlässt man den Asphaltweg geradeaus in den Wald;
es folgt eine kleine Steigung, die bald überwunden ist und gelangt so zu KM 4
bei 21:00 min.
Abschnitt 5: Durchs Gehölz Richtung Allhornberg
(km 3,9 – 5,5)
Nach rund 500 m Waldweg zweigt die
Strecke nach links ab. Dieser Weg ist „zweigleisig“: links ein schmaler, aber
fester Pfad, rechts ein breiter, von Pferden aufgewühlter Sandweg. Der feste
Pfad ist natürlich die bessere Wahl, auch wenn man hier „Gänsemarsch“ läuft und
nicht so gut überholen kann - mit etwas
Rücksicht geht aber auch das. Das leichte Gefälle in diesem Nadelwaldstück ist
kaum merklich, flacht aus und geht kurz vor KM 5 (26:30) in eine leichte
Steigung über. Nun kommt ein Teilstück, das aufgrund der Beschaffenheit
(lockerer Sand, Baumwurzeln, Löcher, Mulden, sehr geneigter Untergrund) auf
etwa 400m zu den schwierigsten Etappen gehört und das Feld wird wieder enger.
Ist man zu weit hinten, kann es zu Staus kommen. Nach diesem kurzen „Crosslauf“
mündet die Strecke auf eine Hauptstraße durch den Wald mit ca. 6% Steigung.
Abschnitt 6: Rauf auf den „Sattel“ (km 5,5 – 7)
Die Straße muss überquert werden
und nach ca. 250 geht es wieder rechts auf einen guten Waldweg – rauf zum
„Sattel zwischen Allhornberg und Großem Ehberg“. Die Steigung ist recht gleichmäßig und bei 5-7%
noch gut, aber etwas langsamer zu laufen. Vor der langgezogenen Linkskurve ist
das Schild für KM 6, das bei 33:30 erreicht werden sollte. Diese Etappe ist
einfach ein typischer Mittelgebirgs-Waldweg und im Vergleich zu der sonst so
abwechslungsreichen Strecke recht monoton und langgezogen. Aber da dies noch
der Anfang des Laufes ist, ist die Monotonie noch gut wegzustecken. Etwa bei KM
7 (40:45) kommt man oben in einem lichten Laubwald auf dem Sattel an, der fast
wie ein Gipfel aussieht. Hier kommt richtige Frühlingsstimmung auf, schöne
Luft, schöne Landschaft, bei heiterem Himmel lässt das Sonnenlicht das zarte
sprießende Grün aufleuchten. Und obendrein: Ein schönes Gefälle folgt.
Abschnitt 7: Runter zur Panzerbrücke (km 7 – 9)
Das Gefälle von zunächst 3-4% ist
angenehm, wird dann aber in einer scharfen Linkskurve doch so steil (10-15%),
dass man stark bremsen muss. Nach der folgenden Rechtskurve, wo man ein kleines
Wasserwerk passiert, wird es wieder etwas flacher (3-4%), dafür läuft man
jedoch auf grobem Schotteruntergrund. Man erreicht schnell KM 8 (45:35) und
kurz darauf eine Wald-Autostraße (hier links), die nach wenigen Metern dann
rechts auf die Beton-Panzerstraße des Truppenübungsplatzes Senne führt. Hier
kann etwas City-Marathon-Feeling aufkommen, denn die großen Schilder quer über
der Straße vermitteln etwas Großstadt-Eindruck, obwohl man sich immer noch
mitten in der „Pampas“ befindet - und ein riesiges Zuschauerspektakel folgt
nach dieser zuvor einsamen Strecke auch noch. Etwa 500 m lang läuft man, bis
man auf die Panzerbrücke kommt, wo die erste Stimmungsdusche in einem Volksfest
von Zuschauern genommen wird. Hier wird man nicht nur emotional aufgeheizt,
sondern findet am Ende der Panzerbrücke, wo die Hauptstraße zwischen Augustdorf
und Detmold überquert wird, auch die erste Verpflegungsstation. Man nimmt sich
Zeit, um an einem der vielen Tische 1-2 Becher zu trinken und erreicht etwa 100
m später das Schild KM 9 bei 50:50. Hier geht es wieder leicht bergan.
Abschnitt 8: Entlang des Senne-Truppenübungsplatzes (km 9 – 12)
Kurz darauf verlässt man die
Betonstraße und biegt halbrechts in das Misch- und Kiefergehölz, über
Baumwurzeln und Steine leicht bergauf (ca. 3%). Der Weg wird bald etwas breiter
und flacht aus, bleibt aber holprig und steinig, das Profil leicht wellig. Nach
KM 10 (56:45) öffnet sich links der Blick über die Senne, während rechts die
Anhöhe des Teutoburger Waldes dunkel ruht. Dieser knapp 2 km lange Abschnitt
ist das längste nicht sonderlich strukturierte Teilstück, aber es ist
landschaftlich sehr schön und dazu fast flach und bis auf die anfänglichen
Steine im Waldweg gut zu laufen, daher bleibt es kurzweilig. KM 11 passiert man
bei 1:02:05, der Weg ist nun etwas wellig mit allmählich „steigender“ Tendenz
(1-2%). KM 12 passieren wir bei 1:07:30.
Abschnitt 9: Zur Stapellager Schlucht (km 12-13)
Kurz nach KM 12 verlässt man den
Ausblick über den Truppenübungsplatz und schlägt sich halbrechts leicht
ansteigend (zunächst 3%, später 5%) den Teuto hoch.
Dies ist eine der am einsamsten wirkenden Etappen – das Feld ist nun etwas
auseinandergezogen (man läuft aber nie allein, der durchschnittliche Abstand zu
Vorder-, Hinter- und Nebenläufern hat sich lediglich von ca. 1 auf 2 Metern
vergrößert), und Zivilisation und Zuschauer sind fernab. Nach KM 13 (1:14:15)
und etwa 1 km bergauf auf ideal beschaffenem Laubwaldweg kommt man an einen
Abzweig nach links, der angenehm bergab in ein kleines Tal mit dem etwas
übertriebenen Namen „Stapelager Schlucht“ führt.
Abschnitt 10: Auf dem H-Weg zum Tönsberg (km
13 – 14,7)
Hier gelangt man auf einem kurzen Bergabstück endlich wieder auf den Hermannsweg,
wo man gleich von der nächsten Verpflegungsstation an einer Schutzhütte
empfangen wird. Es ist ein Sandweg, auf dem man jedoch nur wenige Meter nach
links bleibt, um dann wieder rechts durch einige Tannen dem H-Weg-Verlauf zu
folgen. Nach den wenigen Bäumen befindet man sich auf einer Art Talrücken in einer Steppen- oder Heidefläche, umrahmt von
Wald in etwas Abstand. Der Weg hat zunächst eine leichte Steigung, dann geht es
etwas bergab, wieder etwas hoch, dann – nun wieder im Laubwald bei KM 14 vorbei
(1:19:45) – und wieder runter und dann nach einer links-rechts
S-Kurve wieder leicht hoch. Durch den zartgrünen Buchenwald hindurch kann man
nun vorn rechts die beeindruckende Erhebung des fast kahlgehauenen
Hangs des Tönsbergs erkennen - die „Eiger-Nordwand
des Hermannslaufs“. Hier muss man ab km 14,7 steil
herauf.
Abschnitt 11: Die Tönsberg- Steigung (km
14,7 – 15,4)
An der Wanderweg-Kreuzung unten am
Tönsberg, wo man aus dem Wald kommend wieder etwas
mehr von der schönen lieblich-hügeligen Landschaft sieht, haben sich immer
einige gut gelaunte Zuschauer eingefunden, die teils tatkräftig akustisch
unterstützen. Von jetzt an wird der Weg bis zum Ziel immer wieder von
Zuschauern gesäumt. Diese Motivation ist auch nötig, denn nun folgt die wohl
heftigste Steigung der Strecke (da länger als die noch folgenden Lämershagener Treppen). Man kämpft sich auf einer Rampe den
Hang entlang etwa 650 m den Tönsberg hoch bis auf den
Kamm. Steigung: zunächst ca. 15%, hier kommt das 15-km-Schild (1:26:45) dann
etwas abflachend, dann wieder sehr steil mit rund 20%. Auch nach der
Erleichterung vortäuschenden Rechtskurve warten noch ca. 200 weitere Meter heftige Steigung, bis man
schließlich wie auf einem Walfischbuckel den lauschig-waldigen Kamm erreicht.
Hier hat man die Hälfte der Strecke hinter sich (ca. 1:29:00); vom Profil her
gesehen ist die folgende zweite Hälfte nicht einfacher, auch wenn sie rein
rechnerisch mehr Gefälle aufweist.
Abschnitt 12: Auf dem Tönsberg bis Oerlinghausen (km 15,4 – 17,5)
Man läuft nun wieder durch Mischwald,
der sich auf dem Kamm aber stellenweise lichtet und wunderschöne Ausblicke frei
gibt. Daher sind die folgenden zwei Kilometer nicht nur relativ flach (leicht
wellig), sondern auch kurzweilig. Hätte man Zeit zum Verweilen, könnte man
zusätzlich zu den Aussichtspunkten rechts über das Lipperland
und links über die Senne auch noch einige Gedenksteine wie das Lönsdenkmal, ein
monumentales Kriegerdenkmal und andere Spruchtafeln und -steine dieses so
genannten „Meditationsweges“ begutachten. Doch stattdessen achten wir darauf,
dass wir KM 16 kurz vor der Schutzhütte bei 1:34:15 passieren und KM 17 wieder
im dichteren Wald bei zunehmendem Gefälle in der Nähe des Berggasthofs bei
1:39:45 erreichen. Hinter dem Berggasthof, jetzt wieder auf Asphaltweg mit einigen
tückischen Schwellen, wird das Gefälle immer steiler, zunächst noch angenehm,
aber wenn wir ab dem Windmühlenstumpf „Kumpstonne“,
der wie ein Gipfelturm links am Weg steht, Oerlinghauser
Stadtgebiet betreten, geht der Bremszwang stark auf Knochen und Muskeln.
Abschnitt 13: Durch Oerlinghausen (km 17,5 – 19)
Hier an der Kumpstonne,
wo man auf die ersten Gebäude von Oerlinghausen
zuläuft, steht (zumindest bei manchen Hermannsläufen)
ein Lautsprecherwagen, der bei Zuschauern und Läufern Event-Stimmung aufkommen
lässt. Der Untergrund geht nun in unangenehm holpriges Kopfsteinpflaster über.
Alternativ kann man rechts in der Regenrinne laufen, sofern die nicht von
anderen Läufern blockiert ist. Nach unten schauen muss man bei diesem
Steilstück so oder so. Oerlinghausen hat mit seinen
vielen Mäuerchen und Gässchen etwas von einem
Toskana-Städtchen, was man bereits hier merkt. Nachdem das Gefälle fast
20% erreicht hat, geht es am Ende des
Kammweges scharf rechts in eine andere Kopfsteingasse, wo man eine alte
Synagoge links passiert. Man läuft nun eigentlich genau vom Ziel in Bielefeld
weg. Aus logistischen Gründen muss in Oerlinghausen
diese Schleife gedreht werden. Nach etwa 700 m - nun wieder auf normal
gepflasterten Stadtrandwegen und teils wieder leicht bergan -, begibt man sich
mit einer fast 180°-Linksabbiegung dann in entgegengesetzte Richtung wieder gen
Bielefeld. Vorher erreicht man KM 18 bei 1:44:30. Die Aufmerksamkeit wird hier,
auf der Haupteinkaufsstraße von Oerlinghausen, aber
auf die dominanten akustischen und optischen Reize der Volksfestdarbietungen,
Samba- und Cheerleader-Gruppen und jubelnden Zuschauermengen gelenkt – und: auf
die größte Verpflegungsstation der Strecke. Es sind ausreichend Tische mit
Getränken aufgestellt, man kann sich ruhig weiter hinten bedienen. Nach dieser
Stärkung durchläuft man weiter die flache bis leicht ansteigende, kopfsteingeflasterte (aber nicht so holprig wie zuvor)
Innenstadt, am Ende der Hauptstraße über einen Parkplatz links entlang einer
Häuserzeile auf die Kirche zu, vor dieser dann rechts steil bis sehr steil
runter. Es folgt eine kurze Wohngebietstraße - wo man heftig gegen das Gefälle
bremsen muss, sodass man kaum die schöne Aussicht genießen kann, die sich
geradeaus über die noch zu erlaufenden Wipfel des Teutos
bietet. Schließlich überqueren wir eine Hauptstraße, die das bebaute Gebiet von
Oerlinghausen begrenzt. Hier erreichen wir KM 19 bei
1:49:45.
Abschnitt 14: Durchs Schopketal (km 19 – 20)
Über eine Wiese geht es weiter
bergab auf die neue Umgehungsstraße („Tunnelstraße“) zu, neben der man links
Richtung Straßentunnel läuft, weiter bergab geht es dann aber noch weit vor dem
Tunnel durch eine Unterführung rechts unter die Umgehungsstraße durch, wieder
in die Natur. Durch Laubwald immer noch bergab durch einen lauschigen Hohlweg,
dann öffnet sich unten das Schopketal, wo man erneut
von Menschenmengen gefeiert wird. An diesem sonst idyllischen Ort hat man einen
Tiefpunkt von nur ca. 190 m Höhe erreicht und muss sich auf den nächsten 5
Kilometern in Wellenlinien wieder auf 309 m hocharbeiten. Am Ende des Schopketals erwartet uns nach rund 3 km fast durchgängigem
Gefälle der nächste Anstieg wie eine Wand. Etwa 250 m lang geht es auf einem
steinigen Weg mit Asphaltresten rund 18% steil hoch, dann flacht der nach links
am Waldrand weiterführende Weg etwas ab, um 100 m weiter wieder nach rechts,
immer noch den Wald säumend, für 150m wieder steiler zu werden. KM 20
absolvieren wir hier bei 1:55:30.
Abschnitt 15: Wald- und Wiesenwege nach Lämershagen
(km 20 – 21,5)
Auf diesem Abschnitt können wir
etwas durchatmen, es geht nur minimal rauf, dann wieder etwas runter, durch
Wald und Wiesen. Auf dem kleinen Stück Schotterstraße nach der Rechtsabbiegung
aus dem Wald heraus lohnt ein Blick nach rechts hinten, wo man nicht nur noch
mal einen Blick auf die Bergstadt Oerlinghausen
werfen kann, sondern auch die Läufer wie eine Kette am Waldrand sieht. Nach
Linksknick wieder im Wald, erreichen wir KM 21 bei 2:01:15 und kommen nach
weiteren 700 m durch den Wald bei den ersten Häusern der Siedlung Lämershagen an.
Abschnitt 16: Lämershagen und seine Treppen
(Km 21,5 – 23,5)
Auf einer kleinen Asphaltstraße
erklimmen wir den nächsten 500 m langen Anstieg (5-6%) entlang einer
Häuserzeile, von deren Bewohnern die Läufer nicht nur durch anfeuernde Zurufe,
sondern auch durch flüssige Erfrischungen aufgemuntert werden: Schwamm,
Gartenschlauch, Trinkbecher - besonders an Hitzetagen ist alles im Angebot. Auf
der Kuppe gelangen wir zu KM 22 (2:08:15). Dann geht es ebensoviel auf dieser
Straße wieder runter, und nach weiteren 500 m mündet der „Wandweg“ auf eine
Hauptstr., die nach 300 m die Autobahn A2 überquert. Hier sehen wir schon den
Volksauflauf: Viele Zuschauer, eine inoffizielle Verpflegungsstation einer
örtlichen Getränkefirma und möglicherweise ein Läuferstau an den Lämershagener Treppen, die hier beginnen. Ohne
nennenswerten Stau würden wir hier KM 23 bei 2:13:15 erreichen. Zu den Treppen
geht es von der Hauptstraße rechts zwischen zwei Häuser durch in eine Art
Privatsackgasse, und an deren Ende stehen wir dann ehrfürchtig im Tumult davor:
die berüchtigten Lämershagener Treppen. An einer
Schafwiese vorbei und unter einer Hochspannungsleitung hindurch – angefeuert
von lärmenden Zuschauern - ist die erste Treppenetappe von 85 an Unregelmäßigkeit
kaum zu überbietenden, jedenfalls immer steiler werdenden Stufen zu
absolvieren. Nur mit viel Glück oder wenn wir doch etwas weiter vorn im Feld
laufen, werden wir hier freie Bahn haben; dennoch ist es in „unserer Liga“
sinnvoller zu gehen als zu laufen, wird so doch der Puls in Grenzen gehalten.
Oben angekommen, kann man rechts sowohl noch mal auf die Autobahn blicken als
auch schon die Industriegebiete von Bielefeld erspähen. Der Lauf bietet jedoch
weiterhin pures Grün. Nach 100 m haben wir die Wahl zwischen einer weiteren
Treppen-Etappe mit großzügiger dimensionierten Abständen zwischen 40 Stufen aus
Eisenbahnschwellen oder einem etwas weiteren Bogen rechts, der
„Weicheier-Route“, die wohl die zügigere Alternative ist.
Abschnitt 17: Beim Eisernen Anton (Km 23,5 – 26,2)
Nach diesem heftigen
Steigungsabschnitt geht es etwas gelassener weiter, aber noch sind die
Steigungen nicht geschafft. Im Laubwald oben auf dem Kammweg des Ebberg wird es zunächst leicht abschüssig, dann relativ
flach bis KM 24 (2:20:15). 300 m nach der Schutzhütte kommt die nächste starke
Steigung (ca. 20 % auf 250 m). Nach einer kurzen flachen Etappe bezwingen wir
dann die letzte Steigung zum Funkturm und passieren hier KM 25 bei 2:32:10.
Beim Funkturm wird es zunächst flach und der Untergrund des Kammweges wechselt
von Waldboden zu Verbundsteinpflaster, 250 m weiter ab dem Aussichtsturm
Eiserner Anton wird es angenehm leicht abschüssig. Erst kommt noch die letzte
offizielle Verpflegung, dann erreichen wir KM 26 bereits bei 2:32:10.
Allerdings ist die Beschilderung ab hier umgekehrt: „Noch 5 km“ steht bei KM
26,1. Hier wird das Gefälle unangenehm steil, bevor wir die Passstraße „Osningstraße“ überqueren.
Abschnitt 18: Der letzte Berg (km 26,2 – 28,7)
Nach der Osningstraße
wird es noch einmal richtig giftig: Wieder Treppen, zuerst steil, dann ausflachend. Hier – wo wieder Zuschauer anfeuern und für
Stimmung sorgen, muss man unbedingt mit den letzten Kräften haushalten. Nach
ca. 150 m und ein paar letzten schwellenartigen Stufen wird der Kammweg flacher
bei noch 1-2% Steigung. KM 27 haken wir bei 2:39:00 ab. Dem allmählich
erschöpften Läufer kommt die eigentlich abwechslungsreiche Landschaftsstruktur
– Laub- und Mischwald mit Lichtungen auf dem Kamm des Teutos
– langsam doch eintönig vor. Aber immerhin: Ohne es in diesem Grün zu merken,
befindet man sich schon mitten in Bielefeld! Und nun ab KM 27 geht es auch
runter, bis zum Ziel fast nur noch runter. Eine kleine Steigung in einem
steinigen Hohlweg sollte da nicht erschrecken. Bald geht es richtig rasant 15%
steil runter, und das auf sehr holprigen, steinigen, teils mit Furchen
erodiertem Untergrund. Hier heißt es aufpassen und mit Gas rollen lassen. Dann
kommt KM 28 (2:43:50) und ein Blick nach vorn rechts unten lässt schon die
Gebäude der Habichtshöhe und die nächste Hauptstraßenüberquerung erahnen.
Abschnitt 19: Bei Brands Busch (Km 28,7 – 30)
Nach Annäherung an die nach dem Bethel-Gründer benannte Bodelschwinghstraße
befindet man sich (fast) endgültig auf Asphaltwegen und etwas städtischer
anmutendem Gebiet. Hier oben grenzt rechts die Wohnbebauung von Bielefeld-Sieker („Sieker
Schweiz“), und links beginnt das Areal der Anstalten Bethel. Hierzu gehört auch
das erste Gebäude (Otto-Riethmüller-Haus, ein
Jugendheim), das man nach Überquerung der Bodelschwinghstraße
und einer ganz leichten Steigung passiert. Da wir mit unseren Kräften gehaushaltet haben, können wir diese jetzt in baldiger
Erwartung des Ziels nochmals mobilisieren und erreichen KM 29 bei 2:49:00. Hier
geht es für rund 500 m doch noch einmal kurz auf einen Waldweg, wo man den mit
einem Findling markierten 52. Breitgrad überquert. Im Wald ist es recht flach,
aus dem Wald heraus denn wieder schön abschüssig und dann wird der Weg, der
hier schon „Promenade“ heißt, zu einer Asphaltstraße. Rechts einige Häuser,
dann die Kleingartenanlage „Brands Busch“ und links der gleichnamige
Gastronomiebetrieb.
Abschnitt 20: Die Promenade – die Zielgerade (Km 30 – 31,1)
Nach der Linkskurve bei Brands
Busch sieht man schon in parkähnlicher Umgebung den links abzweigenden Beginn
der eigentlichen „Promenade“, so heißt der asphaltierte Kammweg, der in
Bielefelds Naherholungs-Höhen direkt zur Sparrenburg führt. Hier ist zunächst
noch ein minimaler Hügel zu bewältigen und KM 30 wird bei 2:54:15 erreicht. Der
letzte Kilometer wirkt vielleicht wie der „längste“ der Laufstrecke, weil der
Verlauf der alleeartigen Promenade aufgrund langgezogener leichter Kurven
schwer abzuschätzen ist. Sie scheint kein Ende nehmen zu wollen. Doch nach dem
kleinen Hügel und einem schönen Blick rechts auf Bielefeld-City mit dem
beeindruckenden Gebäudekomplex des Städtischen Krankenhauses geht es die
letzten 900 m ständig leicht runter (ca. 1-3%), sodass man den letzten Kräften
freien Lauf lassen kann. Wir laufen durch Absperrgitter und die lärmenden
Menschenmassen lassen uns die Schmerzen und die Erschöpfung verdrängen. Bald
taucht nach einer Kurve in der Ferne, bei erstm
Sichtkontakt ungefähr 350 m entfernt, die Zielanlage auf. Vorher kommt noch
rechts das Restaurant Schöne Aussicht, und 100 danach der große Moment: Wir
passieren den großen Zielbogen inmitten einer super Event-Stimmung mit
Tausenden Zuschauern. Geschafft! Die Uhr sollte nun 2:59:45 anzeigen.
Hinter dem Ziel gibt es für Läufer unserer Leistungsklasse erst mal Gedränge und
Wartezeiten. Hier ist Geduld und Disziplin gefragt. Nach einigen Minuten ist
man bis zum Getränkestand weitergeschoben worden. Der Stand ist lang und weiter
hinten kommt man besser an die ersehnte Erfrischung. Die Sparrenburg selbst ist
noch 300 m vom Ziel entfernt. Kleiderrückgabe, Massagezelte etc. finden sich in
der Nähe der Burg, wo überall Volksfeststimmung herrscht.
Hier die KM-Zeiten noch mal im Überblick:
|
KM |
Zeit |
Pace |
Besonderheiten, Verlauf |
|
1 |
5:50 |
5:50 |
Umkurvung des Denkmals |
|
2 |
10:40 |
4:50 |
Straße steil bergab |
|
3 |
15:30 |
4:50 |
Waldweg bergab |
|
4 |
21:00 |
5:30 |
Heidental |
|
5 |
26:30 |
5:30 |
flach durch den Wald |
|
6 |
33:30 |
6:00 |
wie Cross, etwas hoch, dann
Straße |
|
7 |
40:45 |
7:15 |
Ehberg rauf |
|
8 |
45:35 |
4:50 |
Ehberg runter |
|
9 |
50:50 |
5:15 |
Panzerstraße |
|
10 |
56:45 |
5:50 |
Sennerandweg leicht hoch (erste 10 KM in 56:45) |
|
11 |
1:02:05 |
5:25 |
Sennerandweg minimal wellig |
|
12 |
1:07:30 |
5:25 |
Sennerandweg minimal wellig |
|
13 |
1:14:15 |
6:45 |
leicht bergauf in den Wald |
|
14 |
1:19:45 |
5:30 |
Stapellager Schlucht |
|
15 |
1:26:45 |
7:00 |
Tönsberg fängt an |
|
16 |
1:34:15 |
7:30 |
Tönsberg hoch |
|
17 |
1:39:45 |
5:30 |
Tönsberg oben |
|
18 |
1:44:30 |
4:45 |
Tönsberg wieder runter |
|
19 |
1:49:45 |
5:15 |
Oerlinghausen |
|
20 |
1:55:30 |
5:45 |
Schopketal (zweite 10 KM in 58:45) |
|
21 |
2:01:15 |
5:45 |
Wellig am Waldrand |
|
22 |
2:08:15 |
7:00 |
Rauf nach Lämershagen |
|
23 |
2:13:15 |
5:00 |
Runter zu den Treppen |
|
24 |
2:20:15 |
7:00 |
Treppen hoch |
|
25 |
2:27:10 |
6:55 |
knackige Steigungen zum Eisernen
Anton |
|
26 |
2:32:10 |
5:00 |
Eisernen Anton runter |
|
27 |
2:39:00 |
6:50 |
Wieder Treppen hoch |
|
28 |
2:43:50 |
4:50 |
Geschafft, nur noch runter! |
|
29 |
2:49:00 |
5:10 |
Über die Bodelschwinghstr.
nach Brands Busch |
|
30 |
2:54:15 |
5:05 |
Brands Busch (dritte 10 KM in 58:45) |
|
31 |
2:59:15 |
5:00 |
Zieleinlauf Promenade |
|
Ziel |
2:59:45 |
5:00 |
YEAH! |
Tool zum Berechnen individueller Zeiten unter diesem Link
Richtzeiten für Zielzeit von 2:30 bis 3:00 unter diesem Link
© H.W. Deppe, Betanien Verlag Oerlinghausen 2005, 2011